Bad Essener Kirchplatz als tolle Basis für das Miteinander
„Natürlich gibt es bei mir Abschiedsgefühle, aber keinen Abschiedsschmerz“, betonte Wolfgang Loos, Superintendent des Kirchenkreises Melle/Wittlage, als im Rahmen der Visitation der St.-Nikolai-Kirchengemeinde ein offizieller Besuch im Bad Essener Rathaus anstand. Er fügte hinzu: „Das eigentliche kirchliche Leben geschieht vor Ort. Wir sollten den Kirchenkreis nicht überhöhen, er ist eine Organisationsgröße.“

Superintendent Wolfgang Loos trägt sich in das Goldene Buch der Gemeinde Bad Essen ein – eingerahmt von Pastor Klaus Haasis, Carsten Meyer, Joachim Lücht, Elke Matthey, Frank Hünefeld, Pastorin Elfriede Siemens, Günter Harmeyer und Elisabeth Paul. Foto: Karin Kemper
Bürgermeister Günter Harmeyer machte bei der Begrüßung deutlich, dass es traditionell eine gute und intensive Zusammenarbeit mit Kirchengemeinde und Kirchenkreis gibt. Sachthemen würden stets mit großem Einvernehmen gelöst. Nicht zuletzt betrifft das Entscheidungen, die mit dem Bad Essener Kirchplatz in Zusammenhang stehen. Harmeyer: „Kaum jemand weiß, dass die gesamte Fläche Eigentum der Kirchengemeinde ist.“ Die Fläche war bis Anfang des 19. Jahrhunderts Friedhof. Pflasterung und Wege entstanden erst in den Jahren 1973/74, vorher gab es dort eine Schotterfläche. Schmunzelnd verwies der Bürgermeister darauf, dass das Beparken schon lange ein Thema war. „Das beschäftigt uns auch heute noch. Irgendwann wird die Frage endgültig gelöst.“ Zudem verwies der Gastgeber im Rathaus darauf, dass Veranstaltungen und Aktivitäten auf dem Kirchplatz einen besonderen Stellenwert haben.
Neben Pastor Klaus Haasis und Pastorin Elfriede Siemens waren bei der Zusammenkunft auch die Kirchengemeinde und die drei Ratsfraktionen in Person von Elke Matthey, Frank Hünefeld und Joachim Lücht vertreten.
Drei aktuelle Themen standen im Mittelpunkt: die Kirchenkreisreform, die Arbeit des Diakonischen Werkes im Altkreis Wittlage und die Kinderbetreuung in den von der evangelischen Kirche getragenen Kindergärten in Bad Essen und Wehrendorf.
Zur Visitation, so der Superintendent, gehöre für ihn auch, zu schauen, wie sich im Laufe der Zeit das Leben in der Kommune und der Kirche verändere. Das passte in Bad Essen besonders gut, weil Wolfgang Loos vor sechs Jahren seine erste Visitation im Altkreis Wittlage in St. Nikolai in Bad Essen absolvierte – und jetzt seine letzte. Von den Besitzverhältnissen des Kirchplatzes zeigte er sich überrascht und sagte: „Das ist ein besonderer Ort. Er vermittelt gleichzeitig Geborgenheit und Weite und ist ein Ort der Kommunikation.“ Die Aussage, dass die Kirche mitten im Ort stehen muss, ergänzte Harmeyer: „Daraus entwickelt sich Leben. Der Kirchplatz in Bad Essen ist eine tolle Basis.“
Der Bürgermeister machte gleichzeitig keinen Hehl daraus, dass durch die Neugliederung der Kirchenkreise eine gewisse Trennung entsteht. Tatsache sei aber, dass die Wittlager Kirchengemeinden ab 2013 nicht mehr zu Melle, sondern zu Bramsche gehören. Alle seien inzwischen bereits auf dem Weg zu schauen, wie die bestehende gute kirchliche Arbeit mit der neuen Situation vereinbart werden kann.
Dazu gehört, dass es für die drei neuen (statt vorher vier) Kirchenkreise ein gemeinsames Kirchenamt mit Sitz in Osnabrück gibt. Geplant ist, zunächst Abteilungen an anderen Standorten zu belassen. „Das wäre eine Sache gewesen, mit dem Sitz in den Landkreis zu gehen“, meinte Frank Hünefeld. „Die Städter gehen nicht aufs Land“, antwortete Pastor Haasis. „Der Kirchenkreisverbund besteht aus 16 Personen, davor zwölf vom Land, und wir treffen uns immer in Osnabrück“, fügte Pastorin Siemens hinzu.
An den Superintendenten richtete der Bürgermeister den Appell, die Angebote des Diakonischen Werkes trotz aller Neustrukturierungen in der Fläche zu erhalten. Bad Essen bezeichnete er dabei als wichtigen Standort. Die Antwort war deutlich: „Wir werden alles dafür tun, dass die Versorgung im Altkreis so bleibt.“ Und möglicherweise kommt in Bad Essen ein Diakonieladen hinzu: Eine Anfragen aus Bramsche gibt es.
(aus: Wittlager Kreisblatt vom 16.02.2012, Autorin: Karin Kemper)
Von: Karin Kemper
















