Haken dranmachen
Superintendent Loos besuchte Firma Emptmeyer. Die damals kleine Firma hat 1987 mit der Fertigung von Metallhaken angefangen. Inzwischen sind 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Firmenstandort im Wittlager Industriegebiet beschäftigt, und die Anfertigung von Metallhaken ist noch lange nicht „abgehakt“.

Erläuterung am Objekt: Jürgen Emptmeyer schildert Pastorin Elfriede Siemens und Superintendent Wolfgang Loos die Aufgabenstellung bei der Entwicklung eines Transportsystems für Metallteile, die eine Pulverbeschichtung erhalten sollen. Foto: Eckhard Eilers
Das berichtete Firmengründer und Inhaber Jürgen Emptmeyer dem Superintendenten des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Melle/Wittlage, Wolfgang Loos, und Mitgliedern des Kirchenvorstandes der Bad Essener Nikolai-Gemeinde, als sie im Rahmen der sogenannten „Visitation“ den Hersteller von Aufhänge- und Abdecksystemen für die industrielle Oberflächenbehandlung besuchten.
Jürgen Emptmeyer, seine Frau Sigrid und Bernd Kulgemeyer als kaufmännischer Leiter wollten als Erstes wissen, was denn eine „Visitation“ sei und warum sie besucht würden. Superintendent Loos erläuterte, dass es einerseits um ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche gehe. Andererseits beschreite man auch einen gemeinsamen Weg. „Wo sind wir als Kirchengemeinde, und wo wollen wir hin?“ In der Beantwortung dieser Frage würden Perspektiven für die nächsten Jahre entwickelt und zudem schriftlich vereinbart.
Die Frage nach dem Besuch in einem Gewerbebetrieb beantwortete Pastorin Elfriede Siemens: „Die Kirche ist Teil der örtlichen Gemeinschaft, genauso wie die Wirtschaft.“ Und selbstkritisch bemerkte der Superintendent, dass man manchmal nicht genug davon wisse, wie es der Wirtschaft und der arbeitenden Bevölkerung gehe.
Beim Gespräch mit dem Firmeninhaber und den leitenden Mitarbeitern zeigte sich, dass der Wittlager Betrieb in den nun 25 Jahren seines Bestehens viele Wandlungen und Ergänzungen in seiner Produktpalette erlebt habe. Hatte Jürgen Emptmeyer mit der Hakenproduktion in engen Räumen auf dem Essenerberg angefangen, so hat sich die Firma bis heute auf die Entwicklung von Hängesystemen nach den Erfordernissen der industriellen Kunden spezialisiert und betreibt einen weit gefächerten Handel mit Zubehör und Verarbeitungstechnik für die Oberflächenbehandlung von Metallen.
Besonders interessiert waren die kirchlichen Gäste an den regionalen Kooperationen mit anderen Betrieben und an der Mitarbeiterführung. Hier zeigte sich, dass Emptmeyer auf die Zulieferung von vielen nahe gelegenen Metallverarbeitern setzt und sich dafür mehr auf die Entwicklung von komplizierten Produkten und die Verarbeitung von besonderen Materialien konzentriert. Mit berechtigtem Stolz verwies Jürgen Emptmeyer außerdem auf die Firmenphilosophie der Ehrlichkeit und des Werteerhalts. „Und wir ermuntern unsere Mitarbeiter, ihre Ideen zur Verbesserung der Produktion einzubringen.“ Weiterhin führe das moderne Leitungssystem mit Leitern für die kleinen Produktionsteams zu mehr Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Sicherlich haben die Besucher beim im Anschluss an das Informationsgespräch stattfindenden Firmenrundgang auch an die Ähnlichkeiten und Unterschiede der Personalführung und des „Betriebsmanagements“ in der Industrie und bei der evangelischen Kirche nachgedacht. Gespräche mit dem Kirchenvorstand, den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und der Besuch von Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft gehören auch zur Visitation durch den Superintendenten, die am 26. Februar mit dem Visitationsgottesdienst und einem anschließenden Empfang endet.
Wolfgang Loos konnte nach dem Firmenbesuch einen Haken hinter diesen Termin machen, ohne dass damit das Thema Kirche und Wirtschaft „abgehakt“ ist.
(aus: Wittlager Kreisblatt vom 20.02.2012, Autor: Eckhard Eilers)
Von: Eckhard Eilers
















